#HosenHerbst 2

Wie bereits angedeutet soll es bei mir im #HosenHerbst nicht nur bei einer Latzhose bleiben, sondern ich benötige auch einen Satz vernünftiger neuer Sporthosen. Also habe ich mir auch für mein Zweit- und Drittprojekt Gedanken zum #HosenHerbst Monatsthema gemacht:

Hosenformen, Hosenmoden, Hosenschnitte

Was für eine Hose möchte ich nähen? Welche Hosen habe ich bisher gerne oder ungerne getragen? Was sind meine Ansprüche an eine Hose? Welcher Hosentyp passt zu meinem Körper und zu meinem Leben? Aus welchem Material möchte ich meine Hose nähen? Welche Materialien eigenen sich für welchen Hosenschnitt? Welche Schnittmuster habe ich bereits ausgesucht? Was für ein Schnittmuster suche ich noch?

So lange ich auf Norwegermuster verzichte, hoffe ich, dass ich nicht aus der Nähnerdcommunity ausgeschlossen werde, wenn ich nun gestehe, dass ich beim Sport Leggins trage – ohne Kleid oder Rock darüber! Aber nachdem ich in meiner Teenagerzeit konsequent bis zur Halbmarathondistanz in weiten Nylonhosen umhergeraschelt bin (und mir dabei mehr als einmal die Innenseiten der Beine wundgescheuert habe), hatte ich irgendwann gelitten und bin auf Tights umgestiegen – diese hautengen Spandexleggins, über die ich mich vorher so lustig gemacht habe. Und was soll ich sagen: Hat man sich erst einmal an das leicht nackte Tragegefühl gewöhnt, sind sie zum Trainieren deutlich angenehmer (und geräuschärmer noch obendrein). Wunderschön sehen sie vielleicht nicht aus; aber ich habe festgestellt, dass ich es bei Sportklamotten weitestgehend verschmerzen kann, dass die Schnitte meinen Körperproportionen nicht optimal schmeicheln. Wat mutt, dat mutt.

Neben dem Laufen spielte in den letzten drei Jahren das Radfahren eine immer größer werdende Rolle in meinem Leben. Seitdem ich aus der Schweiz zurück nach Hamburg und damt auch vom Land zurück in die Stadt gezogen bin, besitze ich kein Auto mehr. Das ist in der Gegend, in der ich wohne, auch deutlich praktischer – wer schonmal nach dem Einkaufen 20 Minuten lang einen Parkplatz gesucht hat, um hinterher die Einkäufe 15 Minuten lang nach Hause zu tragen, wird es verstehen können. Und spätestens seit das Susipony schaffbare 10 Radkilometer von mir entfernt wohnt, ist mein Fahrradpensum pro Woche deutlich gestiegen. Das kann man leider auch meinen Klamotten ansehen; meine Jeans und viele Röcke haben mittlerweile zwei Eurostückgroße agenutze Stellen, wo meine Sitzbeinhöcker auf den Sattel treffen. Um meine Alltagsbekleidung zu schonen habe ich irgendwann damit begonnen, wenn möglich Fahrradhosen zu tragen. Auch hier besteht also ein Bedarf für Hose Nr. 3.

Sowohl mit den Rad- als auch den Laufhosen, die käuflich zu erwerben sind, bin ich latent unzufrieden. 95% des Angebots ist schwarz, glänzt und hat seltsame Logoprints an unpassenden Stellen, die restlichen 5% ziert seltsame hawaiieske Blumenprints (wer hat eigentlich das Gerücht in die Welt gesetzt, dass Frauen beim Training irgendwie blumig aussehen möchten?) oder haarsträubende Neon-Farbkombinationen. Und alles, was nicht in oben beschriebene Kategorien des Grauens fällt, kostet 80 Euro und mehr.

Bei Stoffen für Sportbekleidung ist es so, wie es noch vor einigen Jahren mit Stoffen im Allgemeinen war: Man muss halt das nehmen, was man bekommen kann. Die Auswahl bei Spandex beschränkt sich in der Regel auf eine sehr limitierte Farbpalette; gemusterte Stoffe sind schwer bis gar nicht aufzutreiben. Möchte man dann auch noch Stoffe mit spezieller Ausrüstung für schweißtreibende Aktivitäten verarbeiten, ist die Auswahl noch stärker eingeschränkt. Mein Lieblinglieferant Extremtextil hat aber laufend eine kleine Auswahl in überwiegend nichtschrecklichen Farben vorrätig. Spoonflower bietet seit einiger Zeit übrigens zwei verschiedene perfomance knits an, die mit <20€ pro Meter auch noch einigermaßen erschwinglich sind. Leider sind die Versandkosten derart hoch, dass mir das Experiment mit unbekannten Drucken und Qualitäten derzeit etwas arg riskant vorkommt. Aber vielleicht irgendwann mal eine Laufhose mit Einhörnern? Fände ich schon ziemlich fancy.

Im Bereich Schnittmuster bin ich bereits gut versorgt: Ich habe vor ein paar Monaten ein paar Indie-Schnittmuster-Karmapunkte gesammelt und das gesamte Sortiment von fehrtrade patterns aufgekauft, das praktischerweise eine Lauf- und eine Radhose enthält. Lasst euch bitte nicht von den – äh – unkonventionellen verarbeiteten Mustern täuschen, die Schnitte sind für Sportklamottenverhältnisse wirklich ganz witzig.

5557Hochmotiviert starte ich also in den #seltsameHosenHerbst! Yay! Nähbloggen ist toll!

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